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Die isb-online.org-Redaktion führte anlässlich des Jahreswechsels ein ausführliches Interview mit Kristina Unsleber und Sebastian Bauer. Die Mitglieder des Vorstands blicken auf das Jahr 2018 zurück und wagen einen Ausblick auf das Jahr 2019.


Zum Einstieg möchten wir traditionell auch in diesem Jahr nach der Schlagzeile für das abgelaufene Jahr fragen.

Kristina Unsleber: Für mich ist die Schlagzeile des vergangenen Jahres „Die Idealisten des Idealvereins“. Ich habe schon häufig erlebt, dass Menschen den Begriff Idealverein mit einem idealen Verein assoziieren. Tatsächlich ist Idealverein aber der rechtliche Begriff für einen nichtwirtschaftlichen Verein, der überwiegend ideelle Zwecke verfolgt, und sagt nichts über einen etwaigen Idealtypus eines Vereins aus. Ein Beobachter unseres Wirkens hat nun kürzlich eine ganz neue Assoziation zu diesem Begriff ins Spiel gebracht, die mir sehr gut gefallen hat: Er verbindet unseren Idealverein mit jungen Menschen, die engagiert Ideale verfolgen und gemeinsam etwas bewirken möchten. Für mich gibt das sehr treffend wieder, wie gut wir mit unserem aktuellen Team aufgestellt sind. Eine solch hohe Identifikation unserer Belegschaft mit unserer Vision Gesundheit für alle ist für uns als Vorstand alles andere als selbstverständlich und beeindruckt uns Tag für Tag.

Vorstand Operatives Kristina Unsleber und Vorstand Administratives Sebastian BauerSebastian Bauer: Wie gut es uns im vergangenen Jahr gelungen ist, vakante Führungspositionen neu zu besetzen, hat mich dann beeindruckt. Wir haben es geschafft, in abgeklärter, unaufgeregter Weise zügig und leise interne Nachfolgeregelungen für mehrere Führungspositionen zu finden, und das mit kompetenten und engagierten jungen Menschen. Durch den Wegzug meines damaligen Stellvertreters zum Ablauf des Monats Juli konnte Kristina die Möglichkeit nutzen, die fachliche Leitung unserer Programme im Vorstand zu übernehmen. Wir beobachten, dass derartige Herausforderungen andere Einrichtungen vor existenzielle Probleme stellen, während bei uns zwei sehr gute Kandidierende zur Verfügung stehen und die Entscheidung des Aufsichtsrats klar die Besetzungslogik – nach Fachkompetenz – unterstreicht. Und darüber hinaus galt es nicht zuletzt aufgrund des „Upgrades“ von Kristina, dadurch freigewordene Führungspositionen nachzubesetzen – was uns mit der Übernahme von Auszubildenden nach Abschluss ihres dualen Studiums in unserem Hause ebenfalls sehr gut gelungen ist. Gerade diese Geräuschlosigkeit zeigt, dass strategische Personalplanung in unserem Hause ganz offensichtlich sehr gut funktioniert. Daher würde ich das Jahr mit der Headline „Junges Engagement sichert Unternehmensnachfolge am besten“ überschreiben.

Welche sind Ihre persönlichen Highlights aus dem Jahr 2018?

Sebastian Bauer: Da waren viele kleine Ereignisse, die allesamt darauf hinweisen, dass unsere Außenwirkung sich spürbar verbessert hat. Der verstärkte Kontakt zu den vielen hunderten Kindern und Eltern führt zu mehr Mitwirkung an der Arbeit und mehr Teilhabe an den gewöhnlichen Betrieb übersteigenden Veranstaltungen unseres Vereins; wir sind viel nahbarer als früher. Und auch politisch nehmen wir mehr Einfluss. Durch unsere Beratungsagentur rücken wir auch in strategischen Fragen viel näher an den Auftraggeber, den Bayerischen Landes-Sportverband heran und damit öffnen sich nun die Türen zur Mitgestaltung der Landespolitik noch weiter. Hand in Hand mit Kultusministerium und Verband eine landesweite Fachtagung zum Sport im Ganztag zu gestalten, so etwas gab es bisher nicht so oft in der Vergangenheit. Aber auch vor Ort dürfen wir Mitwirken und sehen hier mit großer Freude unsere Forderungen der vergangenen Jahre mehr und mehr als erfüllt: Es gibt nun eine kommunale Bildungslandschaft, die Bildungsregion für die Stadt und den Landkreis bei der wir mitwirken, und auch eine kommunale Sportentwicklungsplanung wurde durch die Stadt Schweinfurt errichtet, in deren Abschnitten mancherorts auch unsere Handschrift sehr gut lesbar ist. Es ist wohl diesem stetig steigenden positiven Renommee unseres Hauses in der Öffentlichkeit zuzuschreiben, dass die hohe Anzahl junger Menschen, die sich um einen Freiwilligendienst oder einen Ausbildungsplatz im dualen Studium bei uns bewerben, ungebrochen ist – und das in Zeiten oft erwähnten Fachkräftemangels.

Kristina Unsleber: Mein persönliches Highlight ist natürlich der Wechsel in den Vorstand gewesen. Seit August erwarten mich nun neue spannende Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch eine Vielzahl an Herausforderungen, die mir im Tagesgeschäft begegnen. Als junge Frau in einer solchen Position im organisierten Sport engagiert zu sein und so mit den oftmals üblichen Traditionen zu brechen weckt bei mir zusätzlichen Ehrgeiz und ich freue mich schon darauf, auch im kommenden Jahr meinen Beitrag als Vorstand Operatives dazu zu leisten, den Verein noch weiter zu entwickeln und noch mehr junge Menschen zu bewegen.

Vorstand Administratives Sebastian Bauer und Vorstand Operatives Kristina UnsleberUnd aus der Perspektive des Vorstands Operatives gibt es für mich zwei Highlights: Uns ist es gelungen, das von der Stadt Schweinfurt angeschobene Projekt zur Beschleunigung der sozialen Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund durch Sport, welches nach dreijähriger Laufzeit im Januar 2018 geendet hat, weiterzuentwickeln und zu skalieren. Finanziert wird das neue Vorhaben mit neu ausgerichtetem Konzept und nun mit dem Titel „Bunt punktet – Für mehr Vielfalt im Sport“ durch die Aktion Mensch Stiftung sowie die DFL Stiftung.

Darüber hinaus feiert unser „Vorzeigeprojekt“, die Bewegte Ganztagsschule, mit dem Schuljahr 2018/2019 seinen zehnten Geburtstag. Beachtlich ist aber nicht nur dieses Jubiläum, sondern vielmehr auch die Tatsache, dass die Idee des Programms mehr und mehr überregionale Verbreitung findet. Vier Vereine bayernweit sind seit kurzem und nach nur wenigen Monaten Beratung durch unser Haus nach unserem Vorbild an Ganztagsschulen tätig, was dem organisierten Sport bereits jetzt einen dauerhaften monetären Zufluss von aktuell rund 120.000 Euro jährlich bringt. Insgesamt befinden sich noch 27 weitere Vereine im Beratungsprozess; es ist absehbar, dass zum nächsten Schuljahr weitere umfangreiche Kooperationen zwischen Sportvereinen und Ganztagsschulen ins Leben gerufen werden. Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

Was passiert abgesehen von den eben beschriebenen Highlights im täglichen Geschäft?

Sebastian Bauer: Uns gelingt es mehr, Bewegungsangebote nicht nur selbst durchzuführen, sondern den organisierten Sport um uns herum zu begünstigen, den Boden noch fruchtbarer zu bereiten und bei der Entstehung von zusätzlichen regulären Sportbetrieben strukturell mit anzupacken, und das weit über die Rolle als bloßer Geburtshelfer hinausgehend. Als Bespiele hierfür sind die Gründung der ersten Schweinfurter Cricket-Mannschaft, die mittlerweile unter dem Dach der Turngemeine Schweinfurt auftritt, sowie des Track & Field Clubs Mainfranken zu nennen.

Kristina Unsleber: Daneben versorgen wir durch unsere eigenen Betriebe wöchentlich mehr als 350 Kinder und Jugendliche direkt mit Sport- und Bewegungsangeboten. Die Zahl an jungen Menschen, die wir indirekt z.B. durch die von uns beratenen Vereine versorgen, liegt noch einmal bei rund 500 Kindern und Jugendlichen – beachtliche Zahlen.

Zum Abschluss: Was sind Ihre Pläne und Wünsche für das Jahr 2019?

Kristina Unsleber: Im vergangenen Jahr haben wir angekündigt, auch international agieren zu wollen. Einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung haben wir im Oktober mit unserer Mitarbeiterbildungsmaßnahme nach Oslo gemacht. Es gibt aber bereits weitere sehr konkrete Pläne, wie wir unser Wirkung über die Grenzen von Deutschland hinaus ausweiten wollen. Einen renommierten Partner aus der bundesdeutschen Sportfamilie für das Vorhaben konnten wir bereits gewinnen, mehr können wir zum aktuellen Zeitpunkt aber leider noch nicht verraten.

Mein Wunsch für das Jahr 2019 ist, dass unser großartiges Team auch weiterhin so engagiert, leistungsfähig und identifiziert mit den Idealen des Vereins bleibt. Ich sehe hervorragende Voraussetzungen dafür, mit unserem Wirken noch größere Kreise zu ziehen, als wir es mit unseren „Idealisten“ bisher schon tun.

Sebastian Bauer: Mehr kann man sich nicht wünschen, daher schließe ich mich gerne an.

Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch.