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Die isb-online.org-Redaktion führte anlässlich des Jahreswechsels ein ausführliches Interview mit Kristina Unsleber und Sebastian Bauer. Die Mitglieder des Vorstands blicken auf das Jahr 2020 zurück und wagen einen Ausblick auf das Jahr 2021.


Ins Jahr 2020 sind die meisten mit Erwartungen gestartet, die am Ende kaum voll erfüllt sein dürften. Einschränkungen haben das Leben und die Arbeit mit völlig neuen Höhen und Tiefen erleben lassen. Welchen Einfluss hat diese besondere Situation auf das Wirken des Vereins? Welche Rolle hat der Verein in diesen herausfordernden Zeiten übernommen? Was war für Sie die Schlagzeile des vergangenen Jahres?

20190725 Vorstand Kinder WieseSebastian Bauer: Wie „im falschen Film“, so fühlt sich dieses Jahr an – als fänden sich Protagonisten einer Netflix-Originals-Doku-Reihe überraschend als Zeichnungen in einer chaotischen Simpsons-Folge mit minütlich neuen Wendungen wieder. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir uns nur wenige Monate später vor die Frage gestellt sehen, ob unser Job, unsere Gesundheit, vielleicht sogar unser Leben und das unserer nächsten gefährdet sein könnte?

Kristina Unsleber: In unserer täglichen Arbeit erlebten wir mehr und mehr, wie bedeutsam unsere Rolle als „The Last Man Standing“ für Kinder und Jugendliche ist. Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich für gemeinsames Sporttreiben zu begeistern. Im vergangenen Jahr war das in vielen Settings über Monate hinweg so gut wie überhaupt nicht, oder wenn, dann nur stark eingeschränkt möglich. Plötzlich sind wir die einzige Instanz der Jugendarbeit, die überhaupt noch Sportangebote durchführen darf. Eine Rolle, die wir mit hohem Verantwortungsbewusstsein, aber auch mit höchster Motivation ausgefüllt haben.

Das klingt ja geradezu so, als wäre es im vergangenen Jahr um die nackte Grundversorgung gegangen. Kann es in einer solchen Zeit überhaupt persönliche Highlights geben?

20180724 Vorstand Sockel 800Kristina Unsleber: Ich bin stolz, dass wir trotz COVID-19-Pandemie erfolgreich derart viele neue Betriebe errichten konnten und unseren Wirkungsradius damit enorm vergrößern konnten. Seit Mai füllen wir unsere Kooperation im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements mit der Fresenius Medical Care Deutschland GmbH mit Leben, im Juni startet das Erasmus-+-geförderte Projekt „European Youth United in Sport“ (EYUS) unserer Tochtergesellschaft idealista, bei dem der ISB als Partnerorganisation mitwirkt. Im August organisieren wir innerhalb kürzester Zeit mit dem International Sports Summer Camp ein Notbetreuungs-Ferienangebot, für das wir von den Teilnehmenden hervorragendes Feedback erhalten und für das wir auch eine Reihe von internationalen Studierenden sowie Cricket-Spielern der Turngemeinde Schweinfurt für ein ehrenamtliches Engagement gewinnen konnten. Zum September eröffnen wir im Rahmen unseres Programms Bewegte Ganztagsschule einen neuen Standort an der Frieden-Mittelschule in Schweinfurt. Der gebundene Ganztag an der Albert-Schweitzer-Mittelschule wird gleichzeitig erfolgreich zum offenen Ganztag umgewandelt. Das langjährige Mantra der städtischen Schulverwaltung ist damit widerlegt: Das gebundene Ganztagsschulmodell ist eben doch nicht immer der „Königsweg“. Zum Ende des Jahres hin führt der Bayerische Landes-Sportverband erstmalig die Ausbildung zum Koordinator für offene Ganztagsangebote durch; das dazugehörige Blended-Learning-Format ist eine ISB-Produktion und erfährt viel Lob für die reibungslose Akkreditierung durch das Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Zusätzlich haben wir Referentinnen für eine Vielzahl an Modulen entsendet.

20200928 AR 800Sebastian Bauer: Bedenkt man, welch eines hochidentifizierten Teams an Mitwirkenden es hierzu bedarf, können wir uns glücklich schätzen. Da gerät das „exorbitante“ Mitgliederwachstum, wie unser Verein es amtlich bestätigt erhielt, ein wenig in den Hintergrund. Auch wenn uns quantitative Spitzenwerte noch nie als oberstes Ziel bewegt hatten – mit 42 ehrenamtlich tätigen, Freiwilligendienstleistenden und Arbeitnehmerinnen und -nehmern erlebt der ISB darüber hinaus einen Mitwirkenden-Rekord. Wir erinnern uns: Vor der Pandemie war das alles bestimmende Thema der Klimawandel. Wir waren fleißig und haben Themen der Nachhaltigkeit noch stärker verankert, was sich zuletzt auch in der Neubesetzung des Aufsichtsrats zeigt. Holger Laschka, hauptberuflich Sprecher der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, engagiert sich nun ehrenamtlich bei uns und seine Handschrift ist strategisch mehr und mehr erkennbar. Und mit Anna-Christina Blaak rückt nun eine frühere Führungskraft nach; ich erlaube mir hier von Nachhaltigkeit in Engagement und Strukturen zu sprechen. Das zeigt auf, dass sich die 2016 vollzogene Strukturreform bewährt hat; ein ehrenamtlich geführtes Aufsichtsgremium geht kompetent besetzt in die zweite Amtsperiode.

Das sind beeindruckende Zahlen und Fakten. Wie verlief der tägliche Betrieb?

Kristina Unsleber: Manchmal bin ich selbst überrascht, wie es unseren Kolleginnen und Kollegen im derzeit nicht ganz einfachen Tagesgeschäft dennoch gelingt, so eine enorme Anzahl inhaltlicher Highlights zu liefern. Nahezu jede Woche standen außergewöhnliche Aktivitäten auf dem Programm. Allein die Ideenvielfalt unseres Teams, Bewegungseinheiten so zu gestalten, dass sie den sich häufig wechselnden Hygiene- und Abstandsregeln entsprechen, beeindruckt mich immer wieder. Zum Teil wird die Anforderung an uns gestellt, mit Kindern aus bis zu vier unterschiedlichen Klassen freudvolle Bewegungseinheiten zu gestalten, bei denen Kinder Masken tragen und Abstandsregeln einhalten müssen. Höchsten Respekt an die Kolleginnen und Kollegen für diese täglichen Meisterleistungen, bei denen sie es darüber hinaus auch schaffen, die Kinder zumindest für eine Zeit lang den schwierigen Alltag vergessen zu lassen. Während wir uns früher darauf konzentriert haben, wie wir gute „reguläre“ Bewegungseinheiten gestalten, haben wir in den vergangenen Monaten unseren Fokus ein wenig darauf verschoben, wie wir Sport mit Abstand vielfältig und ansprechend für Kinder gestalten können, aber auch darauf, Online-Angebote abwechslungsreich und interessant zu organisieren.

20190725 Vorstand Kinder TauziehenSebastian Bauer: Wir können durchaus stolz darauf sein, als einziger Schweinfurter Sportverein im Rahmen der Notbetreuung an Schulen systemrelevante Infrastruktur mit hochmotivierten Kolleginnen und Kollegen aufrechtzuerhalten. Die hier bewiesene Agilität hilft sehr, einen Katastrophenfall wie diesen zu meistern. Dass auch die öffentliche Hand zu Agilität in der Lage ist, durften wir dankbar erleben; während der Bund eilig gesetzliche Regelungen fand, die es uns ermöglichten, unsere Mitgliederversammlung im virtuellen Format durchzuführen, half uns der Freistaat Bayern durch Soforthilfen für Elternbeiträge und zur Sicherung der Liquidität ebenfalls, die Handlungsfähigkeit zu wahren. Auch von der Stadt Schweinfurt hätten wir uns eine derartige Agilität gewünscht, anstatt jedoch wie andere Kommunen Fördermittel zügiger und unkomplizierter abzuwickeln, fanden wir uns im aufwendigsten und mit mehreren tausend Euro Verwaltungskosten wohl teuersten Prüfverfahren wieder, mit dem die Sportverwaltung dieser Stadt jemals einen Sportverein überzogen hat. Überzogen finden wir auch den Anlass, gerade in Krisenzeiten einen unverhältnismäßig hohen Mehraufwand einzufordern, um zu prüfen, ob unser Mitgliederwachstum denn auch korrekt ist. Im Ergebnis darf festgehalten werden: Keinerlei Beanstandungen, alles rechtens beim ISB. Vielleicht ist unser Haus gerade deswegen so stabil durch die Krise gekommen, weil wir eben deutlich weniger abhängig von freiwilligen städtischen Leistungen sind als andere Sportvereine, denen wir im Sinne ihres Überlebens niemals ein solch albernes Verfahren wünschen. Umso mehr erfüllt es uns mit Stolz, dass wir der einzige Verein der Region sind, der diese Zuschüsse für Jugend in einem partizipativen Verfahren gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einer sinnvollen Verwendung zuführen. Bei uns werden konstitutive Elemente der Jugendarbeit in höchstem Maße gelebt.

Was sind Ihre Pläne und Wünsche für das Jahr 2021?

Kristina Unsleber: Allem voran wünsche ich mir natürlich, dass das Jahr 2021 ähnlich glimpflich verläuft, wie das vergangene. Wir hatten vielleicht ein wenig Glück, auf jeden Fall haben aber auch unsere Hygiene- und Schutzkonzepte einen überaus wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass wir unter der Belegschaft nur einen einzigen Corona-Fall und auch unter den Kindern und Jugendlichen in unserer Obhut so gut wie keine positiven Diagnosen zu verzeichnen hatten. Auch die Übertragung des Virus bei infizierten Personen konnte im Rahmen unserer Angebote stets verhindert werden. Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen, die diese Vorgaben in den vergangenen Monaten so konsequent und verantwortungsvoll umgesetzt haben. Aus operativer Sicht ist mein Ziel für 2021, dass wir nach dem „Blockbuster“, der uns trotz Corona-Pandemie im vergangenen Jahr gelungen ist, ein Fundament für eine legendäre Erfolgsserie schaffen können.

Sebastian Bauer: Wir haben noch einiges nachzuholen, was uns in 2020 leider verwehrt blieb. Gestärkt und mit Rückenwind werden wir aus der Krise kommend damit beginnen, unsere Hilfsprozesse wie Schulverpflegung, studentische Hilfeleistungen und Stipendien noch systematischer und schlanker zu gestalten. Und sowohl nachhaltige Investitionen als auch die Digitalisierung unserer Strukturen und Prozesse sollen uns zukünftig mehr und mehr in die Lage versetzen, den Verein als Plattform für Wissenstransfer international zu etablieren. Lehnen wir uns zurück und greifen in die Popcorntüte – die nächste Staffel dieses etwas schwierigen Pilotfilms wird garantiert ein Kracher, blickt man auf den beeindruckenden Cast.

Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch.